DIE ANFÄNGE

Die Geschichte der Orgel beginnt in der Antike, etwa um 250 v. Chr. Mehreren spätantiken Schriftstellern zufolge (u. a. Vitruv und Plinius) ist der Erfinder der "Ur-Orgel" ein gewisser Ktesibios, seines Zeichens Ingenieur und Sohn eines Friseurs. Seinem Genie sollen auch andere mechanische Konstruktionen wie Feuerspritzen und Belagerungsmaschinen entsprungen sein. Doch die genauen Anfänge des Musikinstrumentes Orgel liegen im Dunkel der Zeit.

Zu dieser Zeit sah die Orgel allerdings noch geringfügig anders aus als heute, auch hieß sie noch nicht Orgel (bzw. organon/organum), sondern Hydraulos. Dies hatte den Grund, dass bei diesem Instrument der norwendige regelmäßige Luftdruck dadurch aufrecht erhalten wird, dass die Luft in einen unten offenen Behälter gepumpt wird, der seinerseits in einem mit Wasser befüllten Behältnis steht. Das Wasser sorgt dafür, dass der Luftdruck konstant bleibt.

Bereits vor der Zeitenwende waren diese Instrumente in Griechenland derart populär, dass es musikalische Wettbewerbe gab. Im Römischen Reich wurden diese "Wasserorgeln" im Zirkus und im Theater (u.a. zur Akklamation des Kaisers), aber auch als Hausinstrument der Reichen eingesetzt.
offenbar verfügten die Orgeln bereits zu dieser Zeit über mehrere einzeln registrierbare Register in labialer udn lingualer Bauform (s.u.)

Die Fragmente dreier Orgeln aus römischer Zeit haben sich erhalten und konnten als Vorlage für Rekonstruktionen dienen.

     
  Orgel (Hydraulos) in der Arena     
Abb.: http://www.forumtraiani.de/romische-musik-instrumente/
  Orgel von Aquincum  (Rekonstruktion)
Abb.: http://www.dr-mueller.com/Aktuelles.html
 


Im frühen Mittelalter kam die Orgel über Byzanz dann auch nach Nordwesteuropa, wo sie aber zunächst weiterhin ausschließlich zu weltlich-höfischen Zwecken gebraucht wurde. Erst im 9. Jahrhundert fand die Orgel Eingang in das kirchliche Milieu, zunächst weiterhin als Symbol hoheitlicher Macht (geistliche Würdenträger waren lange Zeit oft auch zugleich weltliche Machthaber). Später wurde die Orgel als Vertreterin der Schola, also der Gruppe von (ausschließlich männlichen!) Sängern eingesetzt, meist in der sog. Alternatim-Praxis.

Spätestens um das Jahr 1000 sind Zeugnisse für Orgelbauten in bedeutenden Kirchen und Klöstern überliefert. Gleichzeitig wuchs die Orgel allmählich in immer größere Dimensionen, bis sie schließlich immobil wurde, also anders als beihane alle anderen Musikinstrumente nicht transportabel ist. Doch was ist die Orgel überhaupt, wie funktioniert sie?


   

 

 
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